Gut gestärkt, nach einem reichhaltigen Brunch im Kellenbacher Feuerwehrhaus, besichtigte die Jugendfeuerwehr Altenburg bei ihrer diesjährigen Weihnachtsfeier
die Flughafenfeuerwehr Frankfurt-Hahn.

1300 PS – 50 Tonnen Gewicht – 12500 Liter Wasser –
1500 Liter Schaummittel – 500 Kilo Löschpulver

Die Ausstattung der drei Rosenbauer Simba 8×8 begeistern nicht nur die Jüngsten der Jugendfeuerwehr Altenburg. Auch die Betreuer und aktiven Kameraden sind von der leistungsstarken Technik begeistert. Bis ins Detail werden
uns die 12 Meter langen und 3 Meter breiten Löschfahrzeuge vorgestellt. Zwei
8-Zylinder-Turbodiesel Motoren treiben mit jeweils 600 PS das Fahrzeug an. Im Einsatzfall können noch einmal 100 PS zugeschaltet werden. Und damit die Pumpenleistung nicht während der Fahrt zurück geht, werden die rund 15 bar Druck
für den Wasserwerfer mit einem separaten Motor erzeugt, der wiederum 400 PS Leistung aufweist. Etwa 80 Meter Wurfweite können mit dem 15 Meter hohen Teleskoparm erreicht werden. Gesteuert wird alles mit einem Joystick aus der modernen Führerkabine. Die Türen der klimatisierten Kabine schließen automatisch, wie in einem Bus. Die vielen Monitore und Knöpfe sind so angeordnet, dass der Fahrer und die zwei Beifahrer alles problemlos bedienen können. Bei voller Kraft ist der Wassertank in weniger als 4 Minuten geleert.

Schnell muss es gehen!
Nur 2-3 Minuten haben die Kameraden der Flughafenfeuerwehr Zeit um an jeder Stelle auf dem Gelände zu sein. Das schreiben die ICAO-Richtlinien (International Civil Aviation Organisation) vor. “Eine eventuelle Brandbekämpfung sollte in den ersten 90 Sekunden eingeleitet sein”, erklärt uns Peter Schuf der gerade 7 Stunden Bereitschaftsdienst hinter sich hat. “Aber Gott sei Dank kommt das sehr selten vor. Die häufigsten Einsätze sind medizinischer Art.” Aber neben möglicher Brandgefahren sind die Flughafenfeuerwehrleute auch bei Unfällen auf dem Gelände zuständig. Rettungsschere und Spreizer, Plasmaschneider und sonstige technische Rettungsgeräte müssen die Fachleute ebenso sicher bedienen können.

Die Kenntnisse hierzu erwerben Sie in regelmäßigen Weiterbildungen intern, aber auch auf der Landesfeuerwehrschule in Koblenz. Die Ausbildung ist im Grund wie bei der Berufsfeuerwehr geregelt jedoch kommen noch spezielle Lehrgänge und Weiterbildungen für den Umgang mit Flugzeugen hinzu. Auch in einem Radius von
8 km rund um den Flughafen sind die Feuerwehrleute zuständig, wird uns erklärt. Aber natürlich nur, wenn es sich um einen Flugunfall handelt. Sonst übernehmen diese Aufgaben die Freiwilligen Feuerwehren rund um den Flughafen Hahn.
Eine Stund noch hat Peter für uns Zeit. Dann beginnt sein Dienst in der FEZ.
“Aber danach ist immer noch nicht Schluss”, erzählt er den gespannt zuhörenden Kids. “Dann habe ich wieder für 8 Stunden Bereitschaftsdienst – Feierabend ist also erst um 07:00 Uhr Morgens.”

Wer denkt während der Bereitschaft wird nur Fern gesehen oder gefaulenzt der täuscht sich. Die Kameraden werden für vielfältige Aufgaben rund um die Feuerwehr eingesetzt und sind auch sonst die Ansprechpartner für allerlei handwerkliche Dinge auf dem Flughafen. Peter ist beispielsweise auch Atemschutzgerätewart und kümmert sich um die Wartung und Pflege der Atemschutzgeräte.
Andere Kameraden sind für die Fahrzeugwartung und Pflege zuständig. Aber im Grunde hilft hier jeder jedem.

Viele Fragen beschäftigen die Kids, die teilweise noch kleiner sind, als die Reifenhöhe des Simbas. “Wie schwer ist eigentlich so ein großer Reifen” und “wie lange dauert es bis so ein Simba geputzt ist?”, fragt ein von der Größe des Löschfahrzeugs begeisterter Jugendlicher. Der stellvertretende Wachleiter Konrad lacht und gibt die nicht ganz erst gemeinte Antwort: “Es kommt darauf an wer von meinen Kollegen die Sache in die Hand nimmt und putzt. “Und was Kostet so ein Ding?” will der 11-jährige Lukas wissen. Rund 1,3 Millionen Euro lautet die Antwort. Die Simba sind speziell für den Flughafenbetreiber Fraport gebaut worden und es gibt nur 9 Stück von dieser Baureihe weltweit. Die übrigen sechs stehen auf dem Frankfurter Flughafen. “Der passt eh nicht in unsere Garage” stellt ein Kellenbacher Jugendlicher etwas enttäuscht fest.
Geduldig werden uns alle Fragen beantwortet und ein Simba darf auch ausgiebig von innen besichtigt werden. Nach den obligatorischen Erinnerungsfotos geht für uns ein tolles Jugendfeuerwehr-Jahr 2009 zu Ende und wir machen uns auf den Heimweg.

Übrigens wer denkt, dass die Kameraden auf dem Flughafen Hahn nach
24 beruflichen Stunden erst mal genug von der Feuerwehr haben, irrt sich. Die meisten Kameraden gehören an ihren Wohnorten auch den Freiwilligen Feuerwehren an. So auch Peter Schuf, der der Kirner Feuerwehr angehört und vielen von uns gut bekannt ist. Und bei den Freiwilligen Feuerwehren hat man eh 24 Stunden und 365 Tage im Jahr Bereitschaft.

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